Uni.Urban.Mobil.

Wahlprüfsteine zur Schleifenerschließung

Ankündigung Wahlprüfsteine 04.08.2020

Zusammen mit dem ADFC Aachen und dem Radentscheid Aachen haben wir Fragen an die Aachener Parteien zur Kommunalwahl am 13. September geschickt. Hier werden wir in den kommenden Wochen die Antworten der Parteien auf unsere Themen veröffentlichen.

Wie stehen Sie zur Neuaufteilung des Straßenraums innerhalb des Alleenrings zugunsten des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV (»Schleifenerschließung«)?

Mit unserer Petition Templergraben autofrei! wollen wir auch einen Impuls zur Entwicklung der Innenstadt innerhalb des Alleenrings setzen.

Ein existierendes Konzept ist die so genannte Schleifenerschließung: Durch mehrere Netzdurchtrennungen für den Kfz-Verkehr auf dem Grabenring soll der Durchgangsverkehr innerhalb des Alleenrings reduziert werden. Die Innenstadt - insbesondere die Parkhäuser und Adressen der Anwohner*innen - bleiben weiterhin mit dem Auto erreichbar. Gleichzeitig wird der Grabenring entlastet und der ÖPNV und Radverkehr wird auf dem Grabenring gestärkt. Durch Sitzgelegenheiten, Stadtbegrünung und Außengastronomie steigt die Aufenthaltsqualität auf dem Grabenring und wird den Ansprüchen der Fußgänger*innen dort gerecht.

2017 hat der ADFC einige Vorschläge zur „Schleifenerschließung“ des Grabenrings unterbreitet.

Kartenquelle: OpenStreetMaps

Durch mehrere solcher Netzdurchtrennungen - wie bereits am Elisenbrunnen - könnten weitere Teile des Grabenrings entlastet werden.

CDU ✓ Neutral

Für uns sind die Zeiten, in denen die innerstädtische Mobilitätspolitik nahezu ausschließlich den motorisierten Individualverkehr im Blick hatte, lange vorbei. Uns ist wichtig, dass die Menschen in Aachen ihre Mobilität auf vielfältige Weisen, entsprechend ihren Bedürfnissen, gestalten können. Deshalb haben wir uns für den Radentscheid ausgesprochen, engagieren uns für die Schaffung von Premiumfußwegen und setzen uns für eine Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass Aachen auch weiterhin mit dem Auto erreichbar bleibt. Dabei setzen wir auf die Zukunftstechnologien Elektromobilität und Wasserstoffantrieb. Auf Basis dieser Grundsätze nehmen wir die Herausforderungen, die Mobilität auch innerhalb des Alleenrings zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, gerne an.

FDP ✘ Dagegen

Es steht außer Frage, dass eine Neuaufteilung des Straßenraums an vielen Stellen des Alleenrings notwendig ist. Hier gilt es aber auch große Vernunft und viel Intelligenz einfließen zu lassen. Es geht eindeutig nicht darum, einseitig einzelne Gruppen von Verkehrsteilnehmern zu belasten. Hier müssen Ideen einfließen, die gleichermaßen für alle von Vorteil sind und Konflikte vermeiden.

GRÜNE ✓ Dafür

Die Schleifenerschließung der Innenstadt ist für uns DAS Konzept, das wir mobilitätspolitisch voranbringen wollen. Dadurch können wir Durchgangs-MIV unterbinden und Flächen für den Umweltverbund schaffen. Zusätzlich wird die Aufenthaltsqualität massiv gesteigert.

LINKE ✓ Neutral

Es muss daran gearbeitet werden, Radwege und ÖPNV attraktiv auszubauen, um eine Motivation zu schaffen, nicht mit dem PKW in die Stadt zu kommen.

PIRATEN ✓ Dafür

Wir unterstützen ausdrücklich das Konzept der Schleifenerschließung. Wir wollen die Innenstadt für alle erreichbar machen, aber dafür ist eine Durchfahrbarkeit für PKW überflüssig. Unser Ziel in der Mobilitätspolitik ist es, Verkehr grundsätzlich als ÖPNV zu denken, der durch Rad- und Fußverkehr gerade auf mittleren und kurzen Strecken ergänzt wird. Die Nutzung eines eigenen PKW sollte aus unserer Sicht eine Ausnahme und nicht die Regel sein. Entsprechend wollen wir auch die Verkehrsflächen gerade in der Innenstadt neu aufteilen.

SPD ✓ Dafür, weitergehend

Die Neuaufteilung des Straßenraums innerhalb des Alleenrings, aber auch in anderen Stadtteilen Aachens ist wesentlicher Teil unseres Wahlprogramms. Wir wollen innerhalb der Quartiere den Durchgangsverkehr drastisch reduzieren und damit mehr Platz für Fuß- und Radverkehr schaffen. Der Durchgangsverkehr wird z. B. durch eine Schleifenerschließung oder sogenannte modale Filter, die nur für den Umweltverbund passierbar sind, auf äußere Hauptverkehrsstraßen verlagert, im Fall der Innenstadt auf den Alleenring. Auch diese Hauptverkehrsstraßen müssen natürlich eine sichere und attraktive Radverkehrsinfrastruktur erhalten.

UWG ✓ Neutral

Eine gerechte Aufteilung des Straßenraums war und ist überfällig. Ohne entsprechende Flächen können die Anteile von Fußgängern und Fahrradfahrern am Verkehrsaufkommen (Modal Split) nicht verbessert werden.

VOLT ✓ Dafür

Für den Wandel zu nachhaltiger Mobilität muss der Verkehrsraum zugunsten von Rad- und Fußverkehr und ÖPNV insbesondere im Innenstadtbereich erhöht werden. Verkehrsberuhigung und Unterbindung des Durchgangsverkehrs können durch vermindertes Verkehrsaufkommen und geringere Geschwindigkeiten die tatsächliche und gefühlte Sicherheit von Radfahrenden und Zu Fuß Gehenden und damit die Attraktivität dieser Verkehrsformen erhöhen.

Anmerkung: Die farbigen Kurzantworten an den Parteinamen haben wir ergänzt.

Weitere Informationen

Templergraben autofrei!

Wir haben zusammen mit dem VCD und ADFC einen Bürgerantrag zur Unterbindung der Schleichverkehre auf dem Templergraben eingereicht. Unser Antrag wurde am 1. September 2020 im Bürgerforum besprochen und am 3. September wurde ein Reallabor beschlossen.

Nächster Beitrag

Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Bismarckstraße

Ankündigung Aufruf Stellungnahme 11.08.2020

Unsere Ausfüllhilfe zur Umfrage der Stadt und unsere Forderungen zur Umgestaltung der Bismarckstraße.