Uni.Urban.Mobil.

Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Lütticher Straße

Aufruf Stellungnahme 11.01.2021

Die Lütticher Straße wird umgebaut - und das ist dringend nötig. Die Stadt möchte mithilfe einer Bürgerinformation die aktuellen Planungen vorstellen.

Im Voraus könnt ihr euch jetzt schon über einen Fragebogen in die Diskussion mit einbringen. Wir haben dazu eine Ausfüllhilfe bereitgestellt.

Die aktuelle Situation

Die Fußwege sind an einigen Stellen zu schmal, zudem können Konflikte mit Radfahrer*innen entstehen.
Auf beiden Straßenseiten sind die vorhandenen Radwege zu schmal oder schlecht ausgebaut.
Das Parken nimmt sehr viel Platz auf der Straße ein; insbesondere wird auch im Wurzelraum der Bäume geparkt, was laut der Vorlage der Verwaltung für die Vitalität der Bäume problematisch ist.

Der Vorschlag der Verwaltung

Die Verwaltung schlägt vor, die Lütticher Straße nach den Vorgaben des Radentscheids umzubauen.

Der Radentscheid wird von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt und wurde vom Stadtrat beschlossen. Die Straße ist ausreichend breit um die Standards zu umzusetzen. Daher unterstützen wir diesen Vorschlag ausdrücklich.

Hierbei wird der zu überplanende Abschnitt in zwei Teile aufgeteilt, auf denen folgende Querschnitte vorgeschlagen werden:

In Querschnitt 1 (stadteinwärtiger Teil) soll das Querparken erhalten bleiben, Fuß- und Radweg werden nebeneinander geführt.

Bildquelle: Stadt Aachen, Vorlage FB 61/1474/WP17

In Querschnitt 2 (stadtauswärtiger Teil) soll Längsparken entstehen. Der Radweg wird zwischen den Baumreihen geführt.

Bildquelle: Stadt Aachen, Vorlage FB 61/1474/WP17

Für eine ausführliche Darstellung verweisen wir auf die Website der Stadt bzw die dazugehörige Präsentation.

Unsere Ergänzungen und Forderungen

Einheitlicher Querschnitt

Wir würden eine durchgehende Umsetzung von Querschnitt 2 wünschen. Dies würde zu einer besseren Trennung von Fuß- und Radverkehr, einer sichereren Führung des Radverkehrs an Grundstückszufahrten sowie einer eindeutigeren Situation an Kreuzungen beitragen. Zudem würde das Querparken, welches in der Vergangenheit zum schlechten Zustand der Bäume geführt hat, unterbunden.

Parken

Der Wegfall der Parkplätze war neben den Baumfällungen ein Streitpunkt in der öffentlichen Diskussion. Daher möchten wir hier eine Einordnung aus unserer Sicht sowie Lösungsansätze nennen.

Auf der Lütticher Straße herrscht hoher Parkdruck - dieser wird aber sicher nicht nur durch Anwohnende erzeugt, sondern auch in gewissen Anteilen vom anliegenden Franziskus-Krankenhaus, dem Couven-Gymnasium und Besucher*innen der Stadt aus Belgien, die die kostenlosen Parkplätze aufsuchen. Zudem grenzen an das Gebiet mehrere Bewohnerparkzonen an; die Erfahrung zeigt, dass ein Teil des Parkdrucks aus diesen Zonen in unbewirtschaftete Gebiete verlagert wird.

Gleichzeitig ist die Lütticher Straße eine Hauptverkehrsstraße und eine wichtige direkte Verbindung für den Radverkehr. Daher können die oben genannten Probleme gemildert werden, indem flankierende Maßnahmen zur Minderung des Parkdrucks zeitgleich eingeführt werden; teilweise sind diese bereits auf den Weg gebracht, tauchen aber bisher in der öffentlichen Diskussion nicht auf:

  • Das Bewohnerparken sollte auf gesamter Länge der umzubauenden Abschnitte eingeführt werden. Bisher ist eine Bewohnerparkzone nur auf dem Bereich "Querschnitt 1" vorgesehen. Damit ist es für Anwohner*innen leichter, einen Parkplatz zu finden. Für andere Anlieger*innen werden die Parkplätze kostenpflichtig, sodass diese vermehrt die Alternativen nutzen werden.
  • Beim Umbau sollten ausreichend Ladezonen eingerichtet werden, die das Halten in der Nähe des eigenen Hauses weiterhin ermöglichen.
  • Am Franziskus-Hospital wird unseren Informationen nach Parkmöglichkeiten entstehen.
  • Am Hangeweiher wurde ein Park+Ride-Parkplatz errichtet.

Ausfüllhilfe

In unserer Ausfüllhilfe haben wir dargestellt, wie wir den Fragebogen ausgefüllt haben.

Unsere Ausfüllhilfe →

Hier geht’s zum Fragebogen der Stadt →

Im folgenden erläutern wir unsere Antworten zu einigen Fragen, die oben noch nicht behandelt wurden, da diese übergeordnete Themen betreffen.

  • Frage 2: “Wie bewerten Sie die Empfehlung der Verwaltung zum Umgang mit den Bäumen?”

    Die Antwortmöglichkeiten sind etwas missverständlich formuliert und, ohne die Verwaltungsvorlage zu kennen, nur schwer zu beantworten. Um den einzig Radentscheid-Konformen Umbau der Lütticher Straße zu unterstützen und mit den Bäumen sinnvoll umzugehen (wie von der Verwaltung vorgeschlagen), haben wir uns für die einheitlichen Baumreihen ausgesprochen.

    Laut Verwaltung sind die zu fällenden Bäume krank, daher kann dies zum Anlass genommen werden, die Baumreihen zugunsten einer besseren Querschnittsaufteilung zu versetzen.

  • Frage 19: “Das integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) der Stadt Aachen zeigt einen besonders hohen Handlungsbedarf zur Reduktion der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr. Wie stehen Sie zu dem Ziel, die CO2-Emissionen im Aachener Verkehr bis 2030 zu halbieren?

    Der Verkehr liefert einen großen CO2-Emissionsbeitrag, der im Trend immer noch anwächst. 50% Senkung in diesem Bereich ist zu wenig, um das 1.5°-Ziel auf Aachen umgerechnet zu erreichen. Das IKSK rechnet mit 1.75°-Ziel, wobei weder konkrete Maßnahmen oder Meilensteine genannt werden, noch Finanzierungsmöglichkeiten, wie die schwache 50%-Reduktion erreicht werden soll.

    Wir schließen uns auch diesem lesenswerten Beitrag zum Klimaschutz an.

  • Frage 20: “Die Stadt Aachen ist für ein Gelingen der Mobilitätswende und die Erreichung der Ziele der Mobilität auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Welche leistbare(n) Veränderung(en) im Bereich der Mobilität sehen Sie bei sich selbst?”

    Als Einzelperson kann ich der Mobilitätswende positiv entgegenkommen. Die Verantwortung für das Gelingen der Mobilitätswende kann jedoch nicht auf den*die Einzelne*n abgewälzt werden. Es benötigt Push- und Pull-Maßnahmen von außen. Im Rahmen der Umgestaltung der Lütticher Straße ist diese Frage daher unpassend.

Digitale Bürgerbeteiligung

Wir freuen uns, dass die Verwaltung den Weg der digitalen Bürgerbeteiligung geht. Dieses Format kann auch noch nach der Corona-Pandemie dazu dienen, weitere Zielgruppen zu erreichen.

Allerdings ist es hierfür dringend erforderlich, dass moderne Plattformen und Tools eingesetzt werden. Das Umfragetool der Stadt ist weder auf mobilen Geräten angemessen benutzbar, noch entspricht es Standards für Barrierefreiheit im Netz. Zudem sollten komplexe Inhalte im Fragebogen grafisch und interaktiv erläutert und gegenübergestellt werden. Gerade bei solchen Themen ist es wichtig, alle Bürger*innen zu erreichen.

Daher wünschen wir uns, dass der Ansatz der Stadt weiterentwickelt und die Möglichkeiten der digitalen Bürgerbeteiligung ausgebaut werden.

Nächster Beitrag

Klarstellung zu unserer "Ausfüllhilfe" zur Lütticher Straße

Stellungnahme 13.01.2021

Antwort auf den Kommentar in der Aachener Zeitung