Uni.Urban.Mobil.

Auswertung der U.U.M.Frage am Couvengymnasium Aachen

Neuigkeit Umfrage 07.11.2021

Rund 1100 Schüler:innen machen sich jede Woche montags bis freitags auf den Weg zum Couvengymnasium – ihrer Schule zwischen Hohenstaufenallee und Lütticherstraße. Im vergangenen Juni und Juli stand diese Umgebung auf den Tagesordnungen verschiedener lokalpolitischer Ausschüsse. Diskutiert wurde dabei eine Umgestaltung des Verkehrsnetzes, mit dem Ziel einer infrastrukturellen Verbesserung. Während für Anwohner:innen ein Dialog mit Umfrage durchgeführt wurde, gab es kein vergleichbares Format für Schüler:innen, die ebenso betroffen sind. Ihre Bedürfnisse wurden zwar thematisiert, basierten jedoch gänzlich auf Annahmen und kamen schließlich aus unserer Sicht schlichtweg zu kurz. Uni.Urban.Mobil. e.V. hat zum Ende des Schuljahres 20/21 an der Schule eine U.U.M.Frage durchgeführt, um das Mobilitätsverhalten der Schüler:innen abbilden zu können. Denn nicht jeder Schulweg ist gleich lang, gleich gut ausgebaut und nicht alle Schüler:innen besitzen den gleichen Zugriff auf Mobilitätsmittel. Die 160 ausgefüllten Fragebögen wurden nun ausgewertet und wir freuen uns die Ergebnisse teilen zu können.

Längen und Zeiten

Erklärung: Hier wurden nur Personen befragt, die den Schulweg mindestens 1x in der Woche mit dem jeweiligen Verkehrsmittel zurücklegen

  • Der durchschnittliche Schulweg ist 4,6 km lang.
  • Die Busfahrt zur Schule dauert 26,2 Minuten.
  • Der Weg vom Wohnort zur Haltestelle beträgt dabei 371 m.
  • Mit dem Rad sind die Schüler:innen 13,2 Minuten unterwegs.
  • Zu Fuß wird die Schule in 14,5 Minuten erreicht.
  • Mit dem Auto dauert der Schulweg 15,3 Minuten.

Der Modal Split zeigt, welches Verkehrsmittel die Schüler:innen am häufigsten für den Schulweg wählen. Neben Fußverkehr, Fahrrad, Auto sowie Bus & Bahn setzen einige Wenige auch auf E-Scooter, Roller und Skateboard.

Der Bus

Obwohl der Bus das am häufigsten genutzte Schulwegverkehrsmittel ist, schneidet er auf der Beliebtheitsskala deutlich schlechter ab. Einen Schulbus gibt es nicht, stattdessen nutzen Schüler:innen den Linienverkehr der ASEAG um zur Schule zu gelangen. Knapp über 48% der Befragten gaben an, ein „School&Fun-Ticket“ zu besitzen mit welchem sie berechtigt sind im gesamten AVV Gebiet ganzjährig zu fahren. Als Teil des Schulweges werden am häufigsten die Buslinien 4, 24, V, 43 genannt, welche direkt vor oder hinter der Schule halten. Auch beliebt sind die Linien 2,12, 22 und 13, welche jedoch einen zusätzlichen Fußweg erfordern.

Top 6 Gründe gegen das Busfahren (nach Relevanz, absteigend)

  • Weg zu kurz
  • Mit dem Rad/zu Fuß wird bevorzugt
  • Der Bus ist zu voll/zu ungemütlich
  • Corona (Ansteckungsgefahr)
  • Fahrkosten
  • Auto wird bevorzugt

Das Fahrrad

Knapp über 24% der Schüler:innen fahren regelmäßig mit dem Rad zur Schule. Am liebsten würden Sie dafür einen Radweg benutzen (siehe unsere Teilauswertung zu den Radwegen), jedoch wird aktuell am häufigsten auf der Straße gefahren (31%) oder auf einem Radschutzstreifen (26%). Unter allen befragten Schüler:innen gaben außerdem fast 12% der Personen an, kein funktionsfähiges Fahrrad zu besitzen. 10% geben an, nicht immer einen Stellplatz für ihr Rad zu finden.

Top 6 Gründe gegen das Radfahren (nach Relevanz, absteigend)

  • Weg zu weit und zu anstrengend
  • Weg zu kurz (geht zu Fuß)
  • Angst, zu gefährlich
  • Besitz kein Rad
  • ÖPNV wird bevorzugt
  • Fahrradunfreundliche Wege

Zu Fuß

Auch ohne zusätzliches Verkehrsmittel kommen Schüler:innen zum Unterricht. Hier spielt vor allem die Distanz zwischen Wohnort und Schule den ausschlaggebenden Faktor. Der Schulweg kann auch gesellig sein: Nur 5% der Zu-Fuß-Gehenden geben an, aufgrund zu schmaler Bürgersteige nicht zu zweit nebeneinander laufen zu können. Weitere 5% geben an, dass sie sich auf ihrem Weg nicht sicher fühlen.

Auto

Auch das Auto wird regelmäßig für den Schulweg eingesetzt. Im Vergleich zu den anderen Verkehrsmitteln handelt es sich dabei häufiger um eine Ausnahme. Nur 14% der Schüler:innen werden jeden Tag mit dem Auto zur Schule gefahren. Fast 24% geben an, dass die Autofahrt keine Option ist, da kein Fahrdienst zur Verfügung steht oder der Haushalt kein Auto besitzt. Fahrgemeinschaften machen nur 10% der Autofahrten zur Schule aus.

Oft werden die eigenen Kinder direkt vor das Schultor gefahren. Durch das Aussteigen auf der Straße entstehen häufig Stau und Gefahrenstelle. Seit einiger Zeit gibt es am Couvengymnasium daher eine ausgeschriebene „Elternhaltestelle“. Bisher geben allerdings nur 10% der Befragten an, dass diese von ihrer Fahrgelegenheit auch genutzt wird.

Top 6 Gründe gegen das Auto (nach Relevanz, absteigend)

  • Erziehungsberechtigte können/wollen nicht fahren oder besitzen kein Auto
  • Der Weg ist zu kurz (es lohnt sich nicht)
  • Das Fahrrad wird bevorzugt
  • Umweltaspekte
  • Der ÖPNV wird bevorzugt
  • Selbstständigkeit

Wünsche der Schüler:innen

Zu guter Letzt haben wir die Schüler:innen noch befragt, was sie sich für ihren Schulweg wünschen würden. Viele gaben an, dass sie den Schulweg bereits sehr gut finden und gerne genauso behalten würden. Andere haben Träume oder sogar konkrete Vorstellungen und Verbesserungsvorschläge genannt.

Das wünschen sich die Schüler:innen für ihren Schulweg (nach Häufigkeit, absteigend):

  • Die Busse sollen häufiger fahren und nicht so voll sein
  • Bessere Busanbindung
  • Der Schulweg soll nicht so lang und hügelig sein
  • Die Busse sollen seltener ausfallen
  • Mehr Sicherheit durch Ausbau der Radwege
  • Breitere Gehwege
  • Mehr Begrünung und weniger Autos auf dem Weg
  • Mehr Laternen gegen die Dunkelheit im Winter
  • Mehr Rücksicht auf Radfahrende
  • Busfahrer:innen sollen vorsichtiger fahren
  • Weniger Baustellen

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