Uni.Urban.Mobil.

Der Radentscheid hat Geburtstag!

Stellungnahme 03.11.2020

Wir von Uni.Urban.Mobil. begrüßen, dass nach einem Jahr Beschluss zum Radentscheid, am Pontwall die erste Protected-Bike-Lane entstanden ist, die als Verkehrsversuch der erste Schritt zur Umsetzung des Radentscheid-Standards ist.

Wie von vielen Aachener*innen gefordert, muss beim Thema Radverkehr die nächsten Jahre aber noch schneller noch mehr passieren. Außerdem endet die Verkehrswende nicht mit Erfüllung der Ziele des Radentscheids, sondern die Aufteilung des öffentlichen Raums muss insgesamt neu gedacht werden.

Nur wenn sich der Modal Split, also die Verkehrsmittelwahl, hin zu Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr ändert, können die Klimaziele des Verkehrssektors erreicht werden. Daher ist die Stadt Aachen in der Pflicht diese Verkehrsträger im Vergleich zum KFZ-Verkehr attraktiver zu machen.

Dafür muss sich die Stadt Aachen in den kommenden Jahren trauen, Infrastruktur für die umweltfreundlichen Verkehrsträger umzugestalten, auch dort wo es scheint wehzutun. Das Auto darf nicht mehr im Mittelpunkt der Verkehrsplanung stehen, denn wer sich traut Infrastruktur zu schaffen um die anderen Verkehrsträger attraktiv zu machen, wird durch Bürger*innen belohnt, die die neuen sicheren, schnellen und komfortablen Möglichkeiten nutzen und schätzen. Davon profitieren selbst die, die aus verschiedensten Gründen wirklich aufs Auto angewiesen sind, da jede Person die umsteigt, ein Auto weniger auf Aachens Straßen bedeutet und sich der Verkehrsfluss verbessern wird. Wer aber primär für Autos plant, wird auch immer nur sehr starken Autoverkehr ernten, den die Aachener Straßen und die Umwelt nicht länger vertragen können.

Wir fordern daher unter anderem die Schleifenerschließung der Innenstadt. Diese wird erreicht, indem man den Grabenring nicht nur wie heute schon am Elisenbrunnen unterbricht, sondern auch die von uns angestoßene Unterbrechung am Templergraben, die Unterbrechung am Theaterplatz und Kapuzinergraben wie in der vergangenen Woche der Mobilität sowie die von der ASEAG geforderte Unterbrechung am Bushof, umsetzt. Wir fordern die Realisierung dieses Konzept bis Ende 2021.

Die dadurch vom Autoverkehr befreite Fläche soll den Aachener*innen zurückgegeben werden und genutzt werden um attraktive Aufenthaltsflächen und Platz für umweltverträglichen Verkehr zu schaffen. Wie dies aussehen kann, haben wir schon im Zuge der Europäischen Woche der Mobilität eindrucksvoll gesehen.

Die engen Straßen innerhalb des Alleenrings werden dadurch für den Durchgangsverkehr unattraktiv, wovon der Rad-, Fuß- und der öffentlichen Verkehr sowie der hier entstehende und endende KFZ-Verkehr profitieren wird. Der erste Schritt in diese Richtung wird im kommenden Jahr mit dem Reallabor am Templergraben sichtbar werden. Hier hoffen wir auf eine baldige und effektive Umsetzung und bei positiven Ergebnissen auch eine direkte, dauerhafte Beibehaltung der Unterbrechung für den Autoverkehr.

Von der Stadt Aachen fordern wir also zusätzlich zur vollständigen Umsetzung der Ziele des Radentscheids, eine Schleifenerschließung der Innenstadt zu prüfen und zeitnah umzusetzen.

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