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Audimax-Kreuzung

Die Kreuzung vor dem Audimax ist von zentraler Bedeutung für den Campus-Mitte und damit auch für das studentische Leben in Aachen. Wir wünschen uns, dass dieser Platz in Zukunft so umgestaltet wird, dass er seiner repräsentativen und zentralen Lage gerecht wird. Zusammen mit einigen Lehrstühlen der RWTH möchten wir daher im kommenden Sommersemester die Kreuzung und ihre Probleme in den Lehrbetrieb einbauen, um Lösungen zu finden.

Status Quo

Die Kreuzung trennt wichtige Gebäude des Campus-Mitte räumlich und funktional voneinander - die Hauptmensa der RWTH, das größte Hörsaalzentrum Europas C.A.R.L., das Audimax und den Campus-Bereich um den Templergraben. Im weiteren Umfeld betrifft dies auch den Campus Hörn, Melaten und zukünftig den Campus West. In dem Bereich findet erheblicher studentischer bzw. Hochschul-Verkehr statt – vor allem in Form von Fuß-, Rad- und Busverkehr – wo er an eine Kreuzung der ältesten Bundesstraße Deutschlands trifft.

Dieser Zielkonflikt wird durch die Bevorzugung des Kfz-Verkehrs verschärft. Der Fußverkehr wurde im Sinne der "autogerechten Stadt" in den 70er Jahren in eine Unterführung "verbannt". Diese Soziale und physische Barriere ist mit großen Umwegen verbunden und nicht mehr zeitgemäß. Die oberirdischen Fußwege bilden neu hinzugekommene Wegbeziehungen nicht ab, spätestens mit der Eröffnung des Hörsaalzentrums C.A.R.L.; lange Wartezeiten an den Ampeln, breite Fahrbahnen und Hindernisse in Form von Funktionsbüschen und Mauern schränken den Fußverkehr ein. Nicht zuletzt wird das an zahlreichen Trampelpfaden deutlich.

Im Umfeld befinden sich keine geschützten Radverkehrsanlagen. Insbesondere aus der Intzestraße gibt es keine eindeutige Führung, Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr sind die Folge.

Auch die wichtigsten Campus-Buslinien werden über Umwege geleitet und stehen zu Hauptverkehrszeiten im Stau.

Trotz der vergleichsweise großen Fläche – auch in den heute schon verfügbaren Nebenanlagen – ist die Aufenthaltsqualität gering. Geschuldet ist dies zahlreichen Mauern, fehlenden Sitzgelegenheiten, der flächen-ineffizienten Gestaltung des "Parkplatzes" am Pontwall und ungünstig platzierten Radbügeln (u.a. vor dem Audimax). Auch der nur eingeschossige Sparkassen-Pavillon nimmt viel Fläche ein und erfüllt städtebaulich eher wenig Funktion.

Vision

Aus oben aufgeführten Gesichtspunkten haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis zur europäischen Mobilitätswoche 2021 Konzepte für die Audimax-Kreuzung entstehen zu lassen. Der Stadtraum darf nicht nur als Ort des (Auto-) Verkehrs betrachtet werden, sondern darüber hinaus als ein Platz des städtischen Lebens, auf dem Flanieren und Begegnungen möglich sind. Dabei sollen auch die studentischen Mobilitätsanforderungen stärker beachtet werden, mit gut ausgebauten sicheren Wegen für Rad- und Fußverkehr sowie geeigneter, schneller Führung des ÖPNV. Zwangsläufig wird damit die heutige Trennwirkung des Alleenrings reduziert und der Campus-Mitte integriert sich zunehmend als Einheit in das Stadtbild.

Diese Konzepte möchten wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der RWTH und Studierenden weiterentwickeln. Die vorhandene, interdisziplinäre Kompetenz der Hochschule möchten nutzen, sodass die Beteiligten positiv auf ihre unmittelbare Umgebung einwirken können. Es geht auch darum bei den Studierenden durch ein konkretes Projekt Interesse für Aachen zu wecken, um Universtät und Stadt näher zusammenzubringen. Ziel ist es die Projektergebnisse in die spätere Umbestaltung des Bereichs mit einfließen zu lassen. Dafür werden wir uns auch im Anschluss bei Hochschule und Stadt einsetzen.

Für uns stehen im Zentrum einer Umgestaltung

  • Aufenthaltsqualität und Städtebau

    • Neuaufteilung und Neugestaltung des gesamten öffentlichen Raumes
    • Sperrung der "kleinen Turmstraße" (zwischen Mensa und Intzestraße) und städtebauliche Nutzung der freiwerdenden Fläche
  • Fußverkehr

    • direkte und angemessen ausgebaute Infrastruktur auf allen Wegbeziehungen (insbesondere Audimax - Mensa und C.A.R.L. - Mensa)
    • komfortable, oberirdische Querungsmöglichkeiten
  • Radverkehr

    • sichere und komfortable Radverkehrsanlagen aus und in alle Richtungen
    • Radwegeführung gemäß Radentscheid-Standard, getrennt vom Fußverkehr
  • Öffentlicher Verkehr

    • Zweirichtungs-Bustrasse auf der Wüllnerstraße
    • Freihaltung oder Umsetzung der ÖPNV-Trasse Intzestraße